Rezension: “Thor – The Dark Kingdom”

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Mit Thor – The Dark Kingdom brachte Marvel eine weitere Fortsetzung, nach The Avengers, auf die Leinwände. Auch wenn etwas verspätet, gibt es auch zu diesem Film eine Kritik, welche möglichst spoilerfrei sein wird. Sollte es doch Spoiler geben, so können diese optional angezeigt werden.

Vorabinformationen Bevor es mit der Kritik richtig losgeht…

Der Film ist in einigen Kinos bereits so gut wie aus allen Sälen heraus und läuft gegebenenfalls nur noch in einem kleineren Saal. Er läuft knapp 2 Stunden und ist ab 12 Jahren freigegeben, liegt damit also in der Norm der Superheldenfilme.
Das erste Wochenende, an welchem der Film erschien, lief sogar relativ gut mit Einspielergebnissen von 85 Millionen Dollar, konnte dies allerdings nicht lange halten. Dessen Vorgänger konnte während seiner Zeit im Kino weltweit 449 Millionen Dollar einspielen, was die Fortsetzung nur knapp überholen konnte, wurde er von Box Office Mojo sogar auf die Liste der Filme geschrieben, die möglicherweise die 1 Milliarden-Dollar-Marke einholen könnten. Die Chancen waren offenkundig da, schon weil Thor keiner der Marvel Charaktere ist, die wenig Anerkennung während der Avengers-Phase erringen konnte. Letzten Endes konnte er zur jetzigen Zeit lediglich 591 Millionen Dollar verzeichnen, wovon knapp ein Drittel alleinig in den USA eingenommen worden sind. Zu bedenken ist bei diesen Ergebnissen, dass auch dieser, wie viele der Superhelden-Blockbuster, einen 3D Aufschlag hatte und zumindest in dem Kino, welches ich besuchte, keine 2D Version angeboten worden ist. Ein solches Ergebnis zu erreichen war indes nicht all zu schwer.

Handlung

Thor – The Dark Kingdom ist eine Fortsetzung Thors Geschichte nach den Avengers, weswegen es praktisch ist, wenn man den Film dieser zuvor gesehen hat, da einige Ereignisse darauf verweisen. Thor muss nach der Verwüstung, die Loki auf der Erde angerichtet hatte, sich durch die neun Welten kämpfen, um dort wieder die altbewährte Ordnung herzustellen. Diese Pläne sollten allerdings durchkreuzt werden, von Malekith, einem Dunkelelfen, welcher vor Jahren einst das Universum mithilfe des Aethers und der Konvergenz (Überlappung) der neun Welten in die Dunkelheit stürzen wollte. Nachdem diese Pläne gescheitert waren und der Aether weit vergraben worden ist, sodass niemand an diesen herankommen würde, begab sich Malekith mit den restlichen Dunkelelfen in einen Tiefschlaf, bis der Aether wieder erreichbar sein würde. Loki wurde derweilen in das Gefängnis Asgards gebracht, in welchem er für den Rest seines Lebens verweilen sollte. Jane Foster, welche Thor seit nun zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte, versucht Thor zu vergessen und knüpft Kontakte mit einem neuen Mann und betreibt noch immer ihre Forschungen auf der Erde.
Soweit zu der groben Handlung, um nicht spoilern zu müssen. Die, die den Film gesehen haben, wissen schließlich, worum es in dem Film ging.

Analyse Charaktere, Schauspieler, Darstellung

Die Charaktere, bis auf die Dunkelelfen, sind dieselben, die man auch schon aus den Vorgängern wie Avengers oder Thor kennt. Diese haben sich auch äußerlich kaum verändert und sind daher altbekannt. Geht man nun auf Aspekte, wie das Kostümdesign ein, so fällt auf, dass dieses doch noch immer sehr flach und einfach gehalten ist. Dies ist zwar relativ typisch bei Comicverfilmungen, hätte man doch erwarten können, dass man sich wenigstens die Zeit nehmen würde, etwas an den Kostümen, im Verglich zum ersten Teil, zu verbessern, um diese etwas detaillierter darzustellen und gegebenenfalls auch eine Entwicklung der Charaktere auf diese Weise ausdrücken zu können. Es muss zwar nicht immer eine Verbesserung im Laufe einer Filmreihe auftreten, welche in diesem Fall allerdings ganz nett gewesen wäre.
Noch viel wichtiger ist wohl die Betrachtung der Schauspielerei der Darsteller. Was sehr schade ist, und was auch noch weiter in dieser Kritik auffallen wird, ist die Monotonie oder auch das Schema, nachdem anscheinend bei der Produktion der Marvel-Filme gearbeitet wird. Dabei ist zwar das Risiko sehr gering, dass der Film gar nicht gesehen wird, da er für die breite Masse zugeschnitten wird, doch findet man kaum etwas sehr herausragendes, womit man diese Filme hoch loben könnte. Dies ist auch der Fall bei den schauspielerischen Fähigkeiten der Besetzung. Chris Hemsworth, Natalie Portman, Tom Hiddleston, Christopher Eccleston, Kat Dennings oder auch Anthony Hopkins sind durch die Bank hinweg gute Schauspieler, welche ihre Rollen überzeugend auf die Leinwand bringen, wobei keiner von denen besonders heraussticht. Nun kann man dies als etwas Negatives oder Positives sehen, für was man sich entscheidet, liegt wohl bei jedem selbst. Einem normalen Kinogänger, der sich einfach in das Kino setzt, um nicht auf die Einzelheiten des Filmes zu achten, dem wird die schauspielerische Leistung gefallen, dem anderen wird sie doch relativ eintönig erscheinen. Dabei geht es gar nicht um die Beurteilung des potentiellen Könnens der Schauspieler, sondern darum, dass sie es in diesem Film nicht ganz ausschöpfen konnten, was entweder daran liegt, dass das Drehbuch nicht gut geschrieben war oder der Regisseur die Schauspieler nicht ausreichend beraten hat. Beides (oder auch anderes) kann der Fall sein. Letzten Endes wird man nicht erfahren, warum Schauspieler, die schon bewiesen haben, dass sie eigentlich sehr gute sind, nicht ihr Potential vollends ausschöpfen.
Die Kamera ist ebenfalls durchschnittlich und das 3D nicht auffällig, hier kann man auch auf das 3D verzichten, da dies nur in einer Szene wirklich bemerkenswert zur Geltung kam. Jedoch bin ich auch eine Person, die 3D als gelungen bezeichnet, wenn einem hin und wieder mal etwas in das Gesicht geflogen kommt. Wer also eher das atmosphärische 3D mag, der wird bei diesem schon eher Gefallen finden.
Ebenfalls sehr beachtlich war die Benutzung von CGI-Effekten, denn wenn man zum Beispiel die Wald-Bilder des Drehs in London kennt, sowie die Videos, die von diesem erschienen, dann fallen diese Effekte stark auf. In die Wertung fallen diese allerdings nicht, da diese zu keinem Zeitpunkt schlecht waren und man bei einem solchen Film nur schwer auf diese verzichten kann.

Gedanken während des Sehens Sonstiges

Viele Gedanken während des Sehens eines Filmes zu haben, ist nicht immer ein gutes Zeichen. Bei diesem Film lag dies größtenteils daran, dass man sich doch sehr an bereits gesehene Szenen erinnert gefühlt hat. So schien es teilweise so, als wollte man mit Tom Hidddleston den Charakter Loki als neuen Superbösewicht zu etablieren versuchen, wie es damals mit dem Joker in The Dark Knight geschah. Zwar sollte man diese Charaktere wohl nie vergleichen, schon alleine, weil diese von zwei konkurrierenden Verlagen stammen, sind die Parallelen doch unverkennlich. Es schien, als wollte man Loki ebenfalls als ein Genie darstellen, welches Thor emotional zerreißt und mit Tom Hiddleston und seinen Gesten auf diese Fährte zu bringen. Die erwähnte Genialität versuchte man mit einem Gestaltenwandlungs-Verwirrrspiel darstellen. Verwirrt hat es einen in der Tat, ob es im Enddefekt auch alle Logiklöcher schloss, müsste man bei einer zweiten Sichtung näher untersuchen, denn am Ende des Filmes wollte man nicht unbedingt wissen, wie Loki dies anstellte sondern wurde im Leeren stehen gelassen. Hätte der Film einem wenigstens Anhaltspunkte gegeben, an welchen man sich zur Lösung des “Rätsels” orientieren könnte, so würde man am Ende zumindest versuchen es zu lösen.
Einen großen Abstrich musste der Film auch hinsichtlich seiner Ernsthaftigkeit machen, was auch auf Loki zu beziehen ist. Die Laune des Filmes schwankte hin und her zwischen Ernsthaftigkeit, Trauer und Witz. Als Zuschauer wusste man nie, ob man eine bestimmte Stelle im Film ernst nehmen sollte oder lachen sollte. Da ist die Balance zwischen diesen Komponenten nicht ganz gelungen. Die Witze schienen manchmal einfach zu erzwungen und übertrieben, denn sobald die ernsten Szenen abgehackt waren, folgten gleich alle Witze, die man in der Zeit nicht bringen konnte, welche einen auch nur selten zum wirklichen Lachen brachten. Zwar kann man nachvollziehen, dass die Geschichte nicht nur ernst sein soll, doch wird so die Bedrohung der Gegner etwas in das Lächerliche gezogen, obwohl sich die Witze nicht einmal auf diese bezogen, sondern die witzige Stimmung in die Szenen der Gegner lediglich herüberschwappte. Damit erzielte man einen Effekt, der wahrscheinlich nie beabsichtigt war, muss man sich jedoch fragen, warum wir als Zuschauer eine Situation als bedrohlich empfinden sollen, wenn es nicht einmal die Protagonisten können. Durch diesen Effekt sinkt auch die Sorge um den Helden, da dieser ja meistens bedroht wird, womit wiederum die Bindung zu diesen und seinen Mitmenschen von den Zuschauern nicht gewährleistet ist, sodass man nur selten eine höhere Empathie für diese empfindet.
Um wieder auf die bereits gesehenen Szenen zurück zu kommen. Es wurden auch einige bekannte Bewegungen Thors wieder in diesem Film eingebaut. So erinnern sich einige vielleicht noch an das Zusammentreffen von Captain America und Thor in Marvel’s The Avengers, welche sich einst in einem dunklen Wald bekämpften, welcher in einem kleinem Showdown endete. Genau diese Bewegung führte auch Thor einige Male aus, als ob es nicht mehr viele Alternativen für ihn gäbe. Dort hätte man sich vielleicht einige neue “Moves” einfallen lassen können, sodass die Kämpfe etwas interessanter aussehen.
Am Ende wirkte die Handlung jedoch auch sehr überfüllt, durch seine vielen Nebenereignisse. Die Hauptbedrohung war eigentlich Malekith, welchem man allerdings durch den Aether, die Konvergenz, der Beziehungen von Thor zu Odin, Jane und Loki, mal schnell vergaß. Schließlich gab es noch einige andere Charaktere, die auftraten und eine wichtige Rolle spielten. Da einige der Beziehungen wichtig waren und Thor auch einen Gegner brauchte, hätte man stattdessen die Aktivitäten von Jane auf der Erde etwas beschränken können, da diese zwar dort noch forscht, sich auf der Erde sich aber auch noch andere Dinge abspielen. Charaktere wie Lady Sif sind dabei sogar zu kurz gekommen. Etwas weniger Charakterfülle hätte der Handlung also ganz gut getan.

Das Urteil Zusammenfassung, Wertung, DVD/Blu-ray

Im Endeffekt musste ich schon etwas darüber nachdenken, wie ich diesen Film bewerten sollte, da er sich wirklich kaum von anderen Filme seiner Art unterscheidet, hat doch jeder dieser Filme auch seine ein oder zwei Momente in denen er glänzen kann, auch wenn diese nur von kurzer Dauer sind. Daher sollte man den Film nicht ganz abwerten, da er am Ende doch einen vollständigen Film mit durchschnittlicher Handlung, Musik, Charakteren ergibt. Nur ist es genau dieses “durchschnittlich”, welches an der aktuellen Präsenz der Filmekultur zweifeln lässt, da dies nicht der einzige Film, der solche Qualitäten besitzt. Denn wozu sollte man nicht gerade unaufwendige Kritiken schreiben, wenn die Schlussfolgerung dieser fast immer eine Wertung von 50% bedeutet?
Wie auch immer, um diesen Film schlussendlich zu bewerten, gibt es für diesen 2 von 4 Thor-Hammer, auch genannt Mjölnir (auch wenn es eigentlich nur den einzig wahren Hammer Thors gibt).

Auf DVD und Blu-ray wird Thor: The Dark Kingdom voraussichtlich am 20.03.2014 erscheinen.

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