Erster Eindruck von “Batman: Arkham Origins”

Batman: Arkham Origins

Auch wenn es in diesem Artikel weder um filmische Helden, noch um News von gerade diesen gehen wird, so schien der Zeitpunkt gerade richtig, um etwas über das neu erscheinende Batman: Arkham Origins zu erzählen. Schließlich ist Batman bekanntermaßen auch ein Held. Ganz so falsch ist er hier dann doch nicht.

Bisher hatte ich zwar noch nicht die Möglichkeit das Spiel durchzuspielen, doch habe ich bereits eine Menge an Eindrücken sammeln können, sodass es sich lohnt einen ganzen Artikel darüber zu verfassen – ganz ohne Spoiler. Vielleicht entwickelt sich dies hier sogar zu einem Spieltagebuch.

Genauer untersucht werden hierbei die Einführung in das Spiel, die Handlung, der Soundtrack, das Kampfsystem, das Aussehen, sowie der Multiplayer des Spieles in den ersten knapp 4 Stunden. Dazu kommen noch einige Dinge, die nicht ganz in einen dieser Themenbereiche eingeordnet werden konnten.

Die Einführung

Besonders wichtig bei Neueinsteigern in die Arkham Serie ist vor allem die Einführung in die Handlung, sowie in die spielerische Handhabung dieser. Gerade weil Origins storymäßig ein Prequel der Serie darstellt, von den spielerischen Aspekten allerdings einen Nachfolger, wird vorausgesetzt, dass zumindest ein minimaler Kontakt mit dem Spielprinzip stattgefunden hat. Wird man zu Beginn des Spieles an die Steuerung gewöhnt, so wird man auch genau so schnell mit dem ersten Bosskampf von den, vorhin noch da gewesenen, Hinweisen wieder im Stich gelassen. Die lebensrettenden Hinweise erscheinen dann meistens erst nach dem virtuellen Tod. Das ist gerade dann frustrierend, wenn man diesen sehr lange verhindern konnte und nach einer gefühlten Ewigkeit dann der Hinweis erscheint, hätte man ihn doch auch währenddessen anzeigen lassen können. Dies sollte speziell dann der Fall sein, wenn man sogar für solche Umstände eben diese aktiviert hat.
Mit der Vorerfahrung der Vorgänger kann man sich allerdings freuen, da die Einleitungsphase schnell vorbei ist und man direkt in die normale Handlung einsteigen kann.
Die Einführung in die Handlung, mithilfe von filmischen Elementen, ist nicht nur gut inszeniert, sondern sieht auch noch super aus. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Die Story

Da wir uns gerade schon auf den Schienen der Story bewegt haben, geht es damit nun weiter. Das Problem bei einem ersten Eindruck – den man nur sehr schwer verhindern kann – ist, dass man nicht weiß inwiefern sich eine Geschichte entwickeln wird oder ob sich einige Störfaktoren im Laufe (er)klären werden. Somit werde ich diesen Punkt erst in einer abschließenden Review näher erläutern. Wozu man jedoch auch zum jetzigen Zeitpunkt etwas sagen kann, ist die Erzählweise mit welcher wir die Vorgeschichte des dunklen Ritters serviert bekommen. Wenn man die Ruhe und Gelassenheit von Arkham Asylum genossen hat, wird man von Origins zuerst etwas erschreckt, was letztendlich wohl nicht nur an der schnellen Handlung liegt. Man trifft bereits in den ersten 2 Stunden auf ganze 5 Gegner und hat schon 2 größere Kämpfe hinter sich. Wer dieses rasche Vorankommen mag, wird gefallen an den ersten 2 Stunden finden, andere werden jedoch sehnsüchtig auf eine Verschnaufpause warten. Denn diese kommt erst, wenn man zum ersten Mal in die offene Welt von Gotham geführt wird.

Der Soundtrack

Am wichtigsten, bei so gut wie allen audiovisuellen Medien, ist die Hintergrundmusik. Im Fall von Origins stammt diese von Komponist Christopher Drake, der nicht nur den Soundtrack zu Spielen wie Injustice: Gods Among Us gemacht hat, sondern auch schon bei einigen Projekten mitwirkte, die mit Batman zu tun hatten, wie zum Beispiel beim zweiteiligen Animationsfilm Batman: The Dark Knight Returns.
Hier hat man anscheinend stark versucht bereits bekannten Themes nahe zu kommen. So hört man Töne, die an die The Dark Knight Trilogie oder auch Arkham Spiele erinnern, doch hört man ebenso eine große Spur Dark Knight Returns. Prinzipiell ist dies nichts Schlechtes, wenn man nicht erwartet, dass der Soundtrack in eine ganz neue Richtung geht, lehnt er sich doch teilweise zu sehr an bekannte Projekte, als könne er für sich selbst stehen, sodass man ihn einzig Origins zuordnen könnte. Für meine Person, die ein großer Fan des Arkham City Soundtracks ist, ist der von Origins etwas zu stark in den Vordergrund gerückt, sodass dieser an einigen Stellen Spannung erzeugen möchte, die die Handlung nicht hergibt. Jedoch weiß man schon ab dem Titelscreen genau, dass man sich in einem Batmanspiel befindet, was definitiv etwas Gutes ist, wollte man denn auch in diesem sein.

Das Kampfsystem

Einen hohen Stellenwert hat in der Arkham Reihe insbesondere das Freeflow-Kampfsystem, mit welchem sich Batman durch Horden von Gegnern kämpft. Durch die Weitergabe der vorhandenen Quellcodes der Spielmechanik von Rocksteady an Warner Bros. Montreal, wurde an diesem nicht viel verändert. Einzig das trägere Zuschlagen Batmans, im Sinne einer leichten Verzögerung beim Tätigen des Schlag-Buttons, sowie das später stärkere Anziehen der Geschwindigkeit – im Vergleich zu den Vorgängern – während des Kampfes, war etwas, das man vielleicht spüren konnte.
Mehr Wert gelegt wurde nun, was man bei den Bosskämpfen zu spüren bekommt, auf das Timing, mit welchem man bestimmte Combo-Moves, Schläge oder Konter ausführt. Dadurch wird zwar das grundlos oftmalige Drücken einiger Tasten verhindert, ist aber durchaus gewöhnungsbedürftig. Gut daran ist zwar, dass man genauer und mit weniger Fehlern kämpfen kann, die Art zu Kämpfen dann jedoch eine andere ist. So hab ich mich fast dabei ertappen müssen, wie ich im Herausforderungsmodus fast mehr Gefallen daran fand als Deathstroke zu spielen, als mit der Figur Batmans.
Wer sich also schnell an ein leicht verändertes Kampfsystem gewöhnen kann, wird mit diesem keinerlei Probleme haben.

Das Aussehen

Im Allgemeinen bietet Batman: Arkham Origins eine sehr gute Qualität, was die Texturen, das Charakterdesign oder die Atmosphäre im Spiel betrifft. Zwar vermisse ich persönlich die leicht “gritty” aussehenden Texturen, wirken diese in Origins doch teilweise sehr glatt und fehlerlos und nicht so kaputt und rau, wie beispielsweise bei Arkham City. Dies kann man allerdings nachvollziehbar damit begründen, dass wir uns in diesem Spiel bei der Vorgeschichte des dunklen Ritters befinden, wobei dieser auch noch einige Jahre jünger ist. Was den sonstigen Detailreichtum oder die Atmosphäre angeht, wurde nichts falsch gemacht, auch hier wurde mit viel Sorgfalt gearbeitet.

Sonstiges

Wenn auch nicht besonders wichtig für das eigentliche Spielgeschehen, wie zum Beispiel die Handlung, ist auch etwas zum User Interface zu erwähnen. Hinzugekommen ist dort nämlich ein neues Bewertungssystem, welches die gesammelten XP genauer unter die Lupe nimmt und aufzeigt. Nun wird man nach jedem einzelnen Kampf, anstatt dass einfach nur die Endpunktzahl angezeigt wird, welche dann den XP hinzugefügt wird, bewertet. Innerhalb dieser Bewertung werden dann die Aktionen angezeigt, für welche man Punkte bekommen hat, eine Prozentzahl, sowie eine abschließende “Benotung” in Form eines Buchstabens. Dabei ist der Buchstabe S das höchste, was man erreichen kann, darauf folgen die Buchstaben A-C (zumindest war mit 25% dies das Schlechteste, was ich erreichte). Diese orientieren sich an der erreichten Prozentzahl, welche sich wiederum an den ausgeführten Aktionen im Verhältnis zum Schwierigkeitsgrad der Gegner richtet. Weiß man also nicht, was das Spiel von einem verlangt, so kann man eine Bewertung von A oder gar S nur selten erreichen. Dabei liegt die eigentliche Problematik nicht bei diesem System, sondern bei der Tatsache, dass man überhaupt bewertet wird. Hat man eine Bande von Gegnern ausgeschaltet, ist die Angelegenheit erledigt, man hat demnach 100% erreicht. Das Spiel sieht dies nicht so. Hat man sich bis zum vorletzten Gegner in einem Freeflow durchgekämpft, und verliert dann beim allerletzten den Freeflow, erledigt diesen jedoch direkt nachdem man die Combo verloren hat, hat man bereits einen Abzug von 50% erhalten. Wegen einem einzigen Gegner. Kämpfe, die auf freier Straße stattfinden, kann man demnach auch nicht wiederholen, weswegen dieses Punktesystem zwar im Herausforderungsmodus Sinn macht, im eigentlichen Spiel doch eher weniger.
Weiteres, was sich am UI geändert hat, ist die Menge an Details und Animationen im Menü selbst. Wenn man zum ersten Mal das Aufrüstungsmenü aufruft, ist es doch etwas unübersichtlich. Nicht, dass die Details etwas Negatives wären, so bevorzuge ich in Spielmenüs doch ein minimalistisches und einfach zu durchschauendes Design. Das Hauptaugenmerk sollte schließlich auf den Figuren und deren Umgebung im Spiel gelegt werden.

Der Multiplayer

Der Multiplayer ist etwas neues in der Arkham Reihe. Doch wie funktioniert ein Multiplayer innerhalb eines Batmanspieles? Nach 2 Stunden im Muliplayer kann man das schon sehr gut beschreiben.

Das einzige, was man dazu braucht, ist eine gute Internetverbindung und genügend Mitspieler, die sich ebenfalls im Multiplayer befinden. Um herauszufinden, ob man sich auch ganz ohne Tutorial in diesem zurecht findet, habe ich mir weder die neue Steuerung, noch die beiliegenden Videotutorials angesehen, sondern bin direkt in ein neues Spiel gestartet.

Wie man es aus solchen Spielmodi kennt, darf auch hier, sobald die Anzahl von 8 Spielern erreicht ist, eine Karte ausgewählt werden, auf der man sich bekämpft. Ist diese Abstimmung geschehen, wird man auch sofort in das Spiel geworfen. Hierbei werden die 8 Spieler wie folgt aufgeteilt: 6 Spieler sind Handlanger, je 3 von Joker, die anderen von Bane. Die restlichen beiden bilden das Team Batman & Robin. Ist man nicht gerade einer der beiden Helden, hat man gleich doppelt zu tun. Man muss sich zu Anfang nicht nur mit der neuen Steuerung vertraut machen (und wie wild alle Knöpfe drücken), sondern auch noch gegen das andere Team kämpfen und sich in Acht vor den Helden nehmen. Wenn man das Pech hat in Jokers Team zu landen, muss man im Laufe einer Partie auch darauf gefasst sein, dass einer vom gegnerischen Team zu Bane wird (in Jokers Team wird einer dann Joker). Besonders ungewohnt bei einem Batmantitel war zunächst die Handhabung einer Waffe aus der dritten Person, vor allem, weil es sich hierbei nicht um ein Spiel wie Uncharted oder Battlefield handelt, bei dem dieses System des Online-Shooters sehr ausgereift ist. Nach einigen sehr schnellen Toden, dem Verstehen des Capture-The-Flag Prinzips und der, bei Erreichen der nötigen Level, Nutzung der teamindividuellen Gadgets, hat man den Schwung ganz gut raus, zumindest, was die Bekämpfung des anderen Teams betrifft. Das einzig knifflige dabei ist jedoch, auch noch auf die Helden zu achten. Denn diese könnten überall sein. Von diesem Moment an, weiß man endlich, wie sich die Thugs in Asylum und City gefühlt haben müssen, als sie wussten, dass Batman bei ihnen war. Gerade das macht den Multiplayer so spannend, aber auch so überfordernd.

Held wird man mit etwas Glück in der nächsten Partie, bei welcher dann ausgelost wird wer Robin und wer Batman wird. Auch bei den beiden hat man nochmal das ein oder andere Gadget, welches man nicht kennt, vom Spielablauf unterscheidet sich die Steuerung der beiden allerdings nicht vom Einzelspieler. Alfred sagt einem nebenbei auch, welches Team gerade vorne ist, sodass man weiß, welches gerade schnellstmöglich auszuschalten gilt.

Jetzt könnte man sich denken, dass man auch gleich im Einzelspieler bleiben könnte, denn ja, das könnte man durchaus machen. Jedoch die Tatsache, dass sich hinter den Figuren, die man ausschalten muss, diesmal Menschen befinden, die selbst schon einige Zeit als Batman agiert haben und so ebenfalls die Tricks und Kniffe kennen, wie man selbst, macht den Multiplayer so aufregend. Des Weiteren hat man auch noch eine relativ große Auswahl an Individualisierungsmöglichkeiten für die Schurken-, aber auch Heldencharaktere. Für die Helden sind die Skins aus dem Singleplayer auswählbar (sehr episch: der Knightfall-Skin), für die Gegner sind Haarschnitt, -farbe, Oberteil, Hose und Ähnliches veränderbar. Es gibt also eine Menge zu tun und zu erkunden im gelungenen Multiplayer von Batman: Arkham Origins.

Das Fazit

Anscheinend ist doch eine Menge für einen ersten Eindruck zusammengekommen, dafür, dass dies gerade mal die ersten 2 Stunden – hinzu kommen 2 Stunden im Multiplayer – des Spieles sind. Interessant wird am Ende des Spieles sicherlich, inwiefern sich die Meinung zu den genannten Aspekten verändern oder ob der Eindruck im fortlaufenden Spiel bestätigt wird, auch wenn einige Sachen, wie die Handlung, zu Beginn noch gar nicht beurteilt werden können, da dort einfach zu große Teile fehlen, als könnte man sich darüber bereits ein stimmiges Urteil bilden.

Um es noch ein weiteres Mal zu betonen: all diese Sachen können sich am Ende natürlich auch als komplett anders herausstellen, selbst wenn es nur daran liegt, dass man sich an das – ganz und gar andere – Spiel gewöhnen muss. Das dürfte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass für dieses Spiel nicht Rocksteady das Entwicklerteam hinter dem Spiel ist, sondern Warner Bros. Montreal.

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  • Batman94

    Nette Zusammenfassung ! ;)
    Finde die Story(habs durch) sogar besser als in den beiden Vorgängern. :)

    • JacySFN

      Dankesehr! ^^
      Muss mich wohl demnächst mal dransetzen und es durchspielen, damit man eine richtige Review schreiben kann. Doch ist der Anfang ziemlich träge (leider).