Rezension: “Wolverine – Weg des Kriegers”

Nach einem Jahr der Existenz von superhero-film-news erscheint nun auch mal die erste, eigene Kritik. Dabei versuche ich auf möglichst viele Aspekte des Filmes einzugehen, wie die Handlung, Umsetzung, den Bezug zu bekannten Informationen (Trailer u.ä.), um schließlich ein Urteil zu fällen. Mögliche Spoiler können optional angezeigt werden lassen.

Vorabinformationen Bevor es mit der Kritik richtig losgeht…

Der Film startete am 25.07.2013 in den deutschen Kinos und hat von der FSK eine Altersfreigabe von 12 Jahren erhalten. Ich habe den Film in einer 23 Uhr Vorstellung am Donnerstag gesehen, wobei der Saal merklich leer war, wenn man andere Filme an deren Starttag mit Wolverine vergleicht. Zwischen 3D oder 2D konnte man nicht entscheiden, so muss man die 3D-Version des Filmes sehen.
Laut Box Office Mojo nahm der Film an seinem ersten Abend, zumindest in den USA, 4 Millionen Dollar ein. Damit liegt der Film zwischen First Class ($3,5 Millionen) und Origins ($5 Millionen).

Handlung

Die Handlung spielt nach Origins, sowie der X-Men Trilogie. In Wolverine – Weg des Kriegers geht es im Groben um das Thema Sterblich- und Unsterblichkeit.
Zu Beginn des Filmes rettet Logan (Hugh Jackman), während des zweiten Weltkrieges, einen Mann vor seinem beinahe Tod durch eine Bombe.
Logan ist geprägt durch den Tod von Jean Grey und wird dadurch mit der Sterblichkeit konfrontiert. Der Mann (Haruhiko Yamanouchi als Ichiro Yashida), den Logan damals rettete ist nun der wohlhabene Besitzer der Firma Yashida, dessen letzter Wunsch es ist Logan zu sehen. Die von Ichiro gesandte Yukio (Rila Fukushima) findet Logan und eskortiert ihn nach Japan. Dort angekommen bietet Ichiro Logan, im Gegenzug zu seiner Rettung, die Sterblichkeit an, sodass er irgendwann eines natürlichen Todes sterben könnte.
So beginnt der Weg des Kriegers.
Wolverine trifft im Laufe der Geschichte auf einen schier unbesiegbaren Gegner, der so wie Wolverine aus Adamantium besteht: den Silver Samurai.

Analyse Charaktere, Schauspieler, Darstellung

Die Leute, die die Comics und inbesondere den Charakter Silver Samurai kennen, werden im Laufe des Filmes überrascht werden. Spoiler anzeigen.

Die Schauspieler sind durch die Bank hinweg gut. Hugh Jackman spielt Wolverine/Logan wie gewohnt. Nicht außergewöhnlich gut, aber auch nicht schlecht.
Sonst wurden in diesem Film eher unbekannte Gesichter gecastet, was wohl damit zusammenhängt, dass der Film größtenteils in Japan spielt.
Rila Fukushima ist anfangs etwas ungewohnt anzuschauen, doch man gewöhnt sich an die Schauspielerin, besonders, wenn sie ihre eigenen emotionalen Momente hat, in denen sie sich beweisen kann.
Svetlana Khodchenkova hat die Rolle der Viper. Sie hat die schwächste schauspielerische Leistung abgeliefert, denn wirklich überzeugen konnte sie nicht. Vielleicht lag das auch daran, weil ich den Charakter als nicht wirklich nötig und teils nervig empfand. Ihren Nutzen im Film hätte man auch durch einen anderen Charakter ersetzen können. Dazu hatte sie noch ein sehr simpel gestaltetes Kostüm, was eher an Poison Ivy aus Batman & Robin erinnert.
Jetzt, wenn man so überlegt, sind sich die beiden Charaktere gar nicht so unähnlich; doch das ist ein anderes Thema.
Dazu ist nach einiger Zeit aufgefallen, dass die Schauspieler sehr oft liegen – besonders Hugh Jackman. Er schläft, wacht auf oder fällt und das relativ oft. Ein negativer Punkt ist das allerdings nicht.

Die Dialoge waren manchmal etwas schwach. Beobachtet man die Kommunikation zwischen Fukushima und Jackman, wirken diese nicht sehr dynamisch. Teilweise antwortet einer der beiden nur einsilbig oder Jackman als Wolverine nur bekannt cool, obwohl er sich in einer Phase befand, in der er verletzlich wirken sollte. Das wiedersprach sich dann etwas und brachte dann nicht die gewollte Wirkung.
Obwohl die Stimmung im Allgemeinen eher düster war, konnte man sogar einige Witze auffinden. Diese wirkten teilweise etwas fehl am Platz, da man zwingend versucht hat die Situation aufzulockern, was eigentlich gar nicht nötig war. Einige Witze funktionierten, einige wirkten so etwas lächerlich.

Die Kamera ist, wie man von einem Blockbuster erwarten konnte, durchschnittlich normal. Auf das 3D hätte man jedoch verzichten können. Vielleicht hat da jeder andere Ansprüche. Für gutes 3D muss mir jedoch auch mal hin und wieder etwas ins Gesicht fliegen oder man muss das Gefühl bekommen, als ob etwas sehr nah wäre, sodass man quasi im Geschehen steckt. Das war nicht der Fall, obwohl das möglich gewesen wäre umzusetzen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass das Filmmaterial nur in 3D konvertiert worden ist und somit einiges an Qualität verloren gegangen ist. Sollte man allerdings ein Genießer des seichten, unauffälligen 3Ds sein, dann ist dies genau das richtige 3D.

Beim Soundtrack habe ich mir allerdings etwas mehr erhofft. Was fehlte, war endlich ein eigenes Theme für Wolverine. Nun hat dieser schon seinen eigenen Film, aber keinen wiedererkennbares Thema. Was schade ist, im Anbetracht, dass Marco Beltrami eigentlich kein schlechter Komponist ist.

Die Darstellung des Filmes, welche Regisseur James Mangold übernahm, hatte einige kleinere Ecken und Kanten, kann aber als erfüllend betrachtet werden, da der Film zu keiner Zeit versucht mehr zu sein, als er angekündigt wurde.

Bezug auf News und Trailer Erfüllt der Film das, was versprochen wurde?

Um die Frage in der Überschrift zu beantworten: ja.
Was wurde uns in den Trailern angekündigt? Ein Versuch den scheinbar unbesiegbaren Wolverine auch als schwachen, verwundbaren Menschen darzustellen, der sich mit den Themen der Un-/Sterblichkeit auseinandersetzt. Uns wurde nicht der beste Film des Jahres angekündigt, aber ein guter Wolverine-Film und den haben wir auch bekommen.
Zu der Zeit, als einige schon die ersten 10 bis 15 Minuten Ausschnitte sehen konnten, sagten diese Ähnliches, womit diese einem schon da einen guten Eindruck des kommenden Filmes geben konnten.

Das Urteil Zusammenfassung, Wertung, DVD/Blu-ray

Wer sich Wolverine – Weg des Kriegers im Kino ansehen will, sollte wissen, dass im Kino nicht der Film des Jahrzehnts auf ihn wartet, jedoch ein netter und unterhaltsamer Blockbuster, bei dem man sich den 3D-Aufschlag hätte sparen können. Solltet ihr also die Möglichkeit haben den Film in 2D zu sehen, solltet ihr diese Chance auch nutzen.

Wolverine kann als durchschnittlicher Sommer-Film bezeichnet werden, von dem man auch nicht zu viel erwarten darf, damit man ihn genießen kann. Da er doch etwas besser ist als “mittel”, bekommt Wolverine – Weg des Kriegers von mir 3 von 5 Adamantium-Klauen.

Der Film wird wohl noch knapp 3 bis 4 Wochen im Kino laufen. Bis dieser auf DVD/Blu-ray erscheint muss man sich allerding noch bis zum 30. November 2013 gedulden (Stand:27.07.2013).

P.S.: Unbedingt bis nach den ersten Credits sitzen bleiben und warten (wie man es bei den Marvel-Filmen schon gewohnt ist), denn dort kommt ein kleiner Hinweiß darauf, wie es mit den X-Men weitergeht.

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